6 gute Gründe, Teil einer Kompostgemeinschaft zu sein
Während unserer Quarantänezeit hat unser DYCLE-Team festgestellt, dass viele Mitglieder unserer Nährstoffkreislauf-Gemeinschaft in Pankow große Mengen an Küchenabfällen zu Hause gesammelt haben! Vermutlich haben viele durch das vermehrte Zuhausebleiben die Freude am Kochen (wieder)entdeckt. Außerdem wurde in diesem Jahr wieder Terra-Preta-Substrat geerntet. Wir hoffen, ihr freut euch über das Pflanzenwachstum! Frisch geerntetes Basilikum und Koriander über unseren Salaten… mmm! Das ist schon ein luxuriöses Mittagessen!
Hier möchten wir sechs gute Gründe teilen, warum es sich lohnt, Teil einer Kompostgemeinschaft in der Nachbarschaft zu sein – vielleicht fühlt ihr euch motiviert, direkt mitzumachen:
1. Gemeinsam starten fällt leichter
Wenn wir neue Gewohnheiten einführen, verbringen wir oft viele Stunden mit Recherche im Internet. In einer bestehenden Gemeinschaft zu lernen und direkt mitzuwirken, geht meist schneller und macht mehr Spaß.
2. Auch ohne Balkon oder Terrasse machbar
Viele Menschen in der Stadt haben keinen Balkon oder keine Terrasse – aber trotzdem Lust, Pflanzen zu ziehen. Wie schön wäre es, in der Nachbarschaft einen Ort zu haben, wo man im Frühjahr guten frischen Humus bekommt, wenn die Pflanzzeit beginnt?
3. Erfolgreicher kompostieren
Wir lieben Kompostwürmer! Sie brauchen ein kühles, feuchtes Zuhause. Vielleicht habt ihr erlebt, dass eine Kompostbox austrocknet oder mit zu viel Küchenabfall überfordert ist. Vielleicht sind die Würmer im Frühling nicht zurückgekommen, weil die Box im Winter nicht gepflegt wurde… Ein großer Komposthaufen – ein „Wurm-Schloss“ – ist viel pflegeleichter als eine kleine Box.
4. Günstiger als alleine
Wenn wir die geringen Kosten gemeinsam tragen, wird es für jede*n noch erschwinglicher. An sich ist Kompostieren nicht teuer, aber ein paar Werkzeuge braucht es schon.
5. Ein gutes Gefühl
Wollen wir uns nicht alle mit der Natur verbunden fühlen? Eine Kompostgemeinschaft mag unscheinbar wirken – aber sie ermöglicht es, Teil des natürlichen Nährstoffkreislaufs zu sein. Küchenabfälle (vor allem Grünschnitt) gehören nicht in den Müll! Lasst sie zu wertvollem Kompost werden – und beobachtet dabei die faszinierende Arbeit von Würmern und Insekten.
6. Unsere eigene Erde ernten
Woher kommt eigentlich die Gartenerde aus dem Baumarkt? Möglicherweise enthält sie Torf – für dessen Gewinnung Moore zerstört wurden, was CO₂ freisetzt und Ökosysteme gefährdet. Wenn du deine eigene Erde herstellst, weißt du genau, was drinsteckt – und schützt dabei aktiv die Umwelt.
Zwei wichtige Punkte
Die Gemeinschaft sollte sich in eurer Nähe befinden, sodass ihr sie gut erreichen könnt.
Terra Preta (anaerobe Fermentation) ermöglicht eine geruchsfreie Sammlung von Küchenabfällen zuhause.
Wenn es noch keine solche Gemeinschaft bei dir gibt, ist das vielleicht ein guter Grund, selbst eine zu gründen!
Was ist das Nährstoffkreislauf-Projekt im Eden Garten in Pankow?
Diese Terra-Preta-Gemeinschaft wurde im Frühjahr 2016 gegründet – bei der Marktschwärmerei Berlin-Pankow in Zusammenarbeit mit dem EDEN Studio, dem das Gartengelände gehört.
Die Marktschwärmerei ist eine Plattform, über die Mitglieder regionale, biologische Lebensmittel online bestellen und einmal pro Woche abholen – in unserem Fall jeden Donnerstag von 18:30 bis 20:00 Uhr im EDEN Garten.
Im Rahmen dieses Systems können Mitglieder mit einer kleinen jährlichen Spende an unserer Kompostaktion teilnehmen. Allein im Jahr 2019 wurden über 1200 Liter Küchenabfälle gesammelt und in wertvolles Substrat für die heimische Pflanzenzucht umgewandelt.